Der Polarwirbel wird gespalten – oder auch nicht

Ist es der KIimawandel oder einfach eine spezielle Lage? Fakt ist: Der Dezember 2015 war ein Totalausfall und ich übertreibe nicht, wenn ich sage, dass er zumindest in höheren Lagen subtropisch war! Das Monatsmittel der Wetterstation St.Gallen liegt ungefähr bei 6°C, das ist wärmer als ein normaler März und vergleichbar mit einem Durchschnittsdezember in Süditalien auf gleicher Höhenlage!

Mitteleuropa wird durch ein weit nach Norden reichendes und blockierendes Subtropenhoch beeinflusst, das die Skigebiete mit Schneearmut und Frühlingstemperaturen quält.

Ein ähnliches Szenario brachte im Hochsommer 2015 auch die extreme Hitze.

Jetzt stellt sich die Frage: Wird dieses Subtropenhoch bald verdrängt, und wenn ja, wann?

Ein solches Hochdruckgebiet lässt sich nicht so schnell vertreiben. Es wirkt wie ein grosser schwerer Stein im Wettergeschehen. Einmal festgesetzt kann diese Lage lange andauern, wie wir im Sommer erfahren haben. Winterlagen wären dabei praktisch ausgeschlossen.

Allerdings könnte das Subtropenhoch „Selbstmord“ begehen. Ab und zu rechnen nämlich die Wettermodelle damit, dass es wie ein Keil weit nach Norden vorstösst und den Polarwirbel angreift. Der Polarwirbel ist ein riesiges Höhentief, also ein Tiefdruckgebiet in der Höhe, das aufgrund der negativen Strahlungsbilanz an den Polkappen mit Kaltluft gefüllt ist. Ist dieser Polarwirbel rund und schön über dem Nordpol zentriert, spricht man von einem intakten Polarwirbel. Die Kaltluft ist „eingezäunt“ und kann kaum nach Süden „ausbrechen“. Zusammen mit einem Subtropenhoch über Mitteleuropa ist das langfristig so ziemlich die unwinterlichste Wetterlage, die es geben kann.

Wenn aber die Kaltluft es schafft „auszubrechen“, dann steigen die Chancen auf kalte Winterwitterung statk an. Doch dafür benötigt sie Hilfe. Wird dieser Polarwirbel „angegriffen“, dann kann es sein, dass sich ein Teil von ihm abspaltet und dann strömt die Kaltluft weg und verteilt sich.

Der Keil des Subtropenhochs könnte dies bewirken. Nach mehreren Wettermodellen bohrt dieser sich schon in den kommenden Tagen in den Polarwirbel. Er könnte es schaffen, einen kleinen Teil davon abzuspalten und dann würde ein Kaltlufteinbruch über Osteuropa bevorstehen. Für die Schweiz wird es vorerst knapp, doch dieser sogenannte Polarwirbelsplit ist eine gute Voraussetzung für eine nachhaltige Umstellung vom Frühling in den Winter. Ein Skandinavienhoch würde das Potential für einen Kaltluftvorstoss bis nach Mitteleuropa schaffen, sobald die Westwindzirkulation einen Schwächeanfall erleidet.

Dieses Szenario ist aber vorerst nur eine berechnete Variante. Da sie aber in mehreren Wettermodellen auftaucht, werte ich sie als mögliches Zeichen einer Umstellung. Es bleibt noch abzuwarten, wie sich die Lage entwickelt, wer weiss vielleicht bin ich zu optimistisch.

Doch wenn der Hochdruckkeil Wirklichkeit wird, können wir vom Winter 2015/2016 doch noch etwas Schnee und Kälte erwarten.

 

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