Gewittrige Woche: Ein Rückblick

Die letzten Maitage sowie der Beginn des Junis waren sehr gewittrig. Praktisch täglich konnten Gewitter beobachtet werden.

Montag, 29. Mai 2017 – Heftiges Gewitter im Appenzellerland
Die am Sonntag ausgegebene Warnung lautete wie folgt:
„Den Voralpen entlang (in der Ostschweiz vor allem im Alpsteingebiet) sind am Montagabend lokale Gewitter zu erwarten. Durch die Ortsfestigkeit sind örtlich Überflutungen möglich, zudem Besteht die Gefahr von Hagel um 1 cm und einzelnen Sturmböen. Im Appenzellerland besteht demnach ein leicht erhöhtes Unwetterrisiko, im Thurgau ist es gering.“
Am Abend entwickelten sich kräftige Gewitter von der Linthebene ins Appenzellerland. Dabei fielen teils  viel Regen, wie in Appenzell wo 50 mm Niederschlag gemessen wurden. Besonders um Schänis herum mussten Keller ausgepumpt werden. Ausserdem kam es am Rande des Gewitters zu kräftigen Windböen, beispielsweise in Altenrhein mit einer Sturmböe von 78 Km/h. Dabei fiel bei der Martinsbrugg St. Gallen ein Baum auf parkierte Autos, wobei glücklicherweise niemand verletzt wurde. Gescheite Fotos konnte ich nicht schiessen.

Beurteilung der Prognose: Ziemlich gut eingetroffen, nur die Intensität des Regens war noch höher als erwartet.

Dienstag, 30. Mai 2017 – Blitzshow im Thurgau
„Im Verlaufe des Nachmittags werden sich in den Appenzeller Alpen (Appenzellerland/Toggenburg) Gewitter bilden, die sich zum Abend hin intensivieren. Dabei sind örtlich erneut 20 bis 40 mm Niederschlag und hochgehende Bäche, sowie lokale Überflutungen möglich. Am späteren Abend steigt auch im Thurgau das Gewitterrisiko. Hier könnten sich eins zwei kurze Gewitter bilden, dabei kann es zu kleinem Hagel um 1 cm, Starkregen um 20 mm und möglicherweise Sturmböen bis 75 Km/h kommen.“
Dieses Mal wurde das Appenzellerland ausgelassen, dafür zog eine Zelle von Flawil her nordwestlich vorbei und präsentierte ihre Blitze aus meiner Sicht sehr schön. Leider musste ich die Kamera mit der Jacke gegen Regen schützen weshalb sich das Fotografieren schwierig gestaltete. So gelang mir letztendlich nur ein zufriedenstellendes Foto:

Die einzige brauchbare Ausbeute vom 30. Mai. Immerhin habe ich hier gleich fünf Blitze aufs Mal erwischt. Und nein – ich befand mich nicht in einer Höhle, das war meine Regenjacke zum Schutz gegen Wasser. Die musste natürlich genau beim einzigen guten Foto vor die Linse rutschen.

Das Gewitter brachte im Thurgau örtlich viel Regen, wie in Amriswil, wo 30 mm Niederschlag in einer Stunde fielen.

Beurteilung der Prognose: Das Appenzellerland wurde ausgelassen, da durch vorhandene Hebung aus höheren Luftschichten auch im Thurgau Gewitter entstehen konnten. Der Niederschlag im Thurgau war intensiver als erwartet, das scheint generell so gewesen zu sein diese Woche.

 

Mittwoch, 31. Mai 2017 – Sehr späte Nachtgewitter
Prognose:
„Ich erwarte, dass sich den Voralpen entlang im Verlauf des Nachmittags die ersten Gewitter bilden, die zahlreicher werden und möglicherweise am Abend und in der ersten Nachthälfte ins Thurgau hinaus ziehen. Es besteht dabei lokal die Gefahr von Starkregen bis zu 40 mm in einer Stunde mit Überflutungen, sowie Hagel um 1 bis maximal zwei Zentimeter und Sturmböen bis 80 Km/h. Nach Mitternacht zerfallen die Gewitter.“
Manchmal gibt es nächtliche Überraschungen, so auch in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Am Mittwoch beschränkte sich die Gewitteraktivität auf die Westschweiz, wo verbreitet einiges an Regen zusammenkam, da ein Gewitterkomplex durch das westliche Mittelland zog. Bei dessen Auflösung strömte die Luft von ihm weg, sodass eine schwache Böenfront nach Osten zog und gerade um Mörschwil am Donnerstagmorgen um 4 Uhr neue, kräftige Gewitter auslöste. Wieder war Mörschwil nur am Rande betroffen, hier fielen lediglich 5 mm Niederschlag.

Beurteilung der Prognose: Durch die Nähe zum Kaltlufttropfen beschränkte sich die Gewitteraktivität auf den Westen und kam erst in der Nacht mit der Böenfront im Osten in Gange. Zeitlich war die Prognose aus den erwähnten Gründen völlig verkehrt und die erwartete Intensität wurde in Osten nicht erreicht.

Donnerstag, 1. Juni 2017 – Abendstimmung
Der Tag brachte zwar keine Gewitter, dafür eine schöne Abenstimmung:

 

Freitag, 2. Juni 2017 – lokale Sommergewitter
Am Freitagnachmittag folgten weitere Gewitter, die aber schwächer waren, als die der Vortage.

Am Nachmittag schiessen zunehmend Quellwolken in die Höhe, die bei Flawil ein kurzes, kräftiges Gewitter entstehen lassen.

In St. Gallen gab es ein schwaches Gewitterchen mit angenehmem, sommerlichem Platzregen.

Samstag, 3. Juni 2017 – Stormchasing
Am Samstag näherte sich aus Nordwesten eine Kaltfront. Da wir auf deren Vorderseite heftige Gewitter vermuteten, fuhren ein Kollege und ich auf den Pfannenstil im Zürcher Oberland, wo wir uns einen Überblick verschaffen wollten. Dumm war nur, dass auf diesem Hügel überall Bäume die Sicht versperrten, während die Gewitterfront heranrollte. Einzig einen Aussichtsturm hätte es gegeben, aber jeder mit einem halbwegs gesunden Menschenverstand weiss, dass man auf dem weit und breit höchsten Punkt mit Metall um sich herum bei einem aufziehenden Gewitter beste Chancen hat, plötzlich gegrillt zu werden. Also fuhren wir wieder hinunter, wobei wir leider die erste Gewitterzelle schon verpassten. Wir hätten kaum Chancen gehabt, sie einzuholen, da sie rasch ins Thurgau zog, also setzten wir auf eine Zelle, die von Luzern in Richtung Zürichsee zog. Wir positionierten uns auf dem Seedamm bei Rapperswil, wo es bereits ordentlich windete. Auch einige Blitze präsentierten sich uns in sicherer Entfernung, aber generell war es nicht so der Hammer.

Danach zog der Gewittercluster rasch ins Thurgau, wo er nochmals ordentlich mit Energie „gefüttert“ wurde. Wir hatten aber keine Chance mehr, auf dessen Vorderseite zu kommen, die sich bereits beinahe am Bodensee befand. Auf der Rückfahrt nach Stettbach durch das Zürcher Oberland kamen wir nochmals in kräftigen Regen, sonst war der Tag für uns gelaufen. Das Mittelland scheint wohl für ein nächstes Mal der bessere Ort zum Chasen zu sein, da man mehr Strassen hat, als im Zürcher Oberland.

 

 

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