Kühler und nasser September 2017

Nach einem über weite Strecken recht heissen Sommer kam mit dem September definitiv der Herbst. Das klingt völlig normal, aber erinnern wir uns an das vergangene Jahr, als der September zum vierten Sommermonat wurde mit ungewöhnlichen Warmphasen von tagelang über 25°C. Der September 2017 war mit einem Monatsmittel von 13.5°C sogar etwa ein Grad kühler als ein Durchschittsseptember zwischen 1981 und 2010. Zu kalte Monate sind in den letzten Jahren zu einer kleinen Sensation geworden. Von den vergangenen 12 Monaten waren nur der Oktober, der Januar und der April zu kalt. Seit Messbeginn meiner Wetterstation im Jahr 2012 war der vergangene September der kälteste.

Es war nicht nur herbstlich kühl, sondern auch die Niederschlagsmenge war beachtlich. Mit 153.4 mm war es bedeutend zu nass, das ist fast um die Hälfte mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen September zu erwarten ist.

 

Das mit Abstand bedeutendste Wetterereignis des Monats kam gleich zum Monatsbeginn. Vom Sommer in den Herbst ging es mit anhaltenden und ergiebigen Regenfällen. In drei Tagen mass meine Wetterstation 122.8 mm Regen, was einen neuen Rekord für diese Zeitspanne bedeutet. Im Appenzellerland regnete es noch bedeutend intensiver, sodass lokal bis zu 250 mm zusammenkamen! Die enormen Wassermassen blieben nicht ohne Folgen: Es kam zu Erdrutschen und Hochwasser. Die Sitter führte bei St. Gallen das viertgrösste Hochwasser seit Messbeginn 1981 und auch die Steinach führte immerhin ein Hochwasser, das nur alle vier Jahre zu erwarten ist. In der Lochmüli zwischen Mörschwil und Untereggen wurde eine Brücke vom Hochwasser unterspült und beschädigt.

Vom Hochwasser der Goldach beschädigte Brüche bei der Lochmüli.

Am 2. September stieg die Temperatur nur noch auf 12.9°C, wo doch drei Tage zuvor noch beinahe 30 Grad gemessen wurden! Für Anfang September liegen 12.9°C Tageshöchstwert etwa 9 Grad unter dem langjährigen Mittel. Danach zeigte die Temperaturkurve aber wieder nach oben und am 5. wurde mit 23.9°C der relativ bescheidene Monatshöchstwert gemessen. Fast in jedem der fünf vergangenen Septemer stieg die Temperatur noch einmal auf sommerliche 27 bis 28°C.

Ein stabiles Hoch mit Altweibersommer fehlte und es bleib bei nur einzelnen sonnigen Tagen. Immer wieder zogen Regenfronten mit etwas Wind durch bei Temperaturen, die mit 15 bis knapp 20°C um und häufig auch einige Grad unter dem Normwert lagen. Recht kühl wurde es am Morgen des 15. Septembers mit nur 5.5°C. Der Tiefstwert wurde aber nicht erreicht. Dieser liegt bei 4.2°C aus dem Jahr 2014. Auch Aprilwetter-Feeling fehlte nicht. Am 19. zog bei kühlem Wetter ein Graupelschauer über Mörschwil, aber danach wurden die Tage sonniger. Vom 21. bis 23. konnte man fast pausenlosen Sonnenschein geniessen bei angenehmen und jahreszeittypischen 18 Grad. In den nun schon recht langen Nächten kühlte die Luft bereits stark ab. Der 22. September legte beispielsweise mit 4.2°C einen Kaltstart hin.
Am 24. gab es noch einmal ein schwaches Gewitterchen, welches uns aber nur streifte und bis auf wenige Donner recht unscheinbar war. Zum Monatsende kam wieder etwas Wärme zu uns: Die 20 Grad-Marke wurde wieder leicht überschritten und auch die Nachttemperaturen blieben im zweistelligen Bereich.

Übrigens: Vielleicht vermissen Sie die Bilder, die üblicherweise einen Monatsbericht bereichern. Nun ja, da sich bei meinem Handy das Bildschirmglas stückweise verabschiedet und ich mir besseres vorstellen kann, als mit Glasscherben in der Hosentasche herumzulaufen, benutze ich akutell ein Ersatzhandy, dessen Kamera etwa so gute Bilder schiesst, wie ich zeichnen könnte. (Und nein, ich bin nicht der beste Zeichner!). Vielleicht gibt es im Oktober mal was von der richtigen Fotokamera.

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