Schwierige Oktobervorhersage

UPDATE 7.10.2015:

Die Anzeichen sind widersprüchlich, weshalb ich mich entschieden habe, voläufig keine Aussage über den Oktober zu treffen, da das Risiko einer Fehlprognose erheblich wäre.

 

Ursprünglicher Bericht:

Von August bis Ende September war es recht klar: der Oktober 2015 wird wohl zu kalt. Doch dies änderte sich. Das warme Mittelmeer und die warme Ostsee lassen daran Zweifel aufkommen und dazu die Lufdruckprognose, laut welcher häufig Mittelmeerluft zu uns gelangen soll. Nun versuche ich aus verschiedenen Kombinationen eine Vorhersage zu ergründen.

Als erstes die bereits bekannte Wetterregel: Nach einem mindestens 1°C zu warmen August folgt mit 89% Wahrscheinlichkeit ein kalter Oktober. (Beitrag vom 25.9.2015)

Im September fällt ein hohes Geopotential von Island über Skandinavien hinunter nach Osteuropa auf. Eine Ähnliche Konstellation gab es in den Jahren 2008, 2000, 1999, 1989, 1967, 1958 und 1949. Folgte auch dann ein kalter Oktober? Aufgelistet ist das Jahr und die Temperaturabweichung des Oktobers.

2014  +2.1 K
2008  -0.3 K
1999 -0.6 K
1967  +2.9 K
1958  -0.9 K
1949  +2.7 K

Das Verhältnis von kalten zu warmen Oktobern ist ausgeglichen, sodass dadurch keine Prognose möglich ist. Im Mittel wurde er aber 1.0°C wärmer als normal. Insgesamt lässt das Geopotential einen normalen bis eher leich zu warmen Oktober erwarten.

 

Das Mittelmeer und die Ostsee sind derzeit deutlich zu warm, über dem Atlantik gibt es aber auch eine unterkühlte Zone. Leider gibt es hier aufgrund der kurzen Messperiode nur drei Vergleichsjahre:

2011  -0.8 K
2009  -0.7 K
1992  -2.2 K

Diese liegen aber alle im kalten Bereich. Damit kann eine vorsichtige Vorhersage für einen kalten Oktober getroffen werden. Errechnet man aus den drei Jahren die mittlere Druckkonstellation die für den Oktober, sieht man den Grund: Eine negative Anomalie um Lettland, eine positive westlich von England. Dazwischen wird aus Norden kalte Polarluft nach Europa geführt. Die Druckanomalien des Septembers waren aber nicht wirklich vergleichbar mit den diesjährigen, weshalb sich die Lage dieses Jahr wahrscheinlich anders entwickeln wird.

 

Von England nach Skandinavien war der Luftdruck überdurchschnittlich. In der Vergangenheit traten im Oktober danach folgende Temperaturabweichungen auf:

2014  +2.1 K
2010  -1.6 K
2008  -0.3 K
2002  +0.1 K
1996  -0.6 K
1977  +1.4 K
1973  -1.5 K
1972  -2.0 K
1971  +0.9 K

Der Mittelwert von -0.2 K lässt keine klare Aussage zu. In 5 von 9 Jahren folgte ein kalter Oktober, doch das kann als 50:50 Verhältnis angenommen werden.

 

Sinnvoll erscheint es auch, eine Prognose aus dem Geopotential und den Meerestemperaturen zu machen. Leider gibt es nur zwei Vergleichsjahre.

2008  -0.3 K
1999  -0.6 K

Immerhin waren die Abweichungen sehr ähnlich. Beide Oktober lagen im leicht zu kühlen Bereich.

Errechnet man aus den Vergleichsjahren des Geopotentials (1.Berechnung) die Konstellation des Geopotentials für den Oktober, dann sieht man eine positive Anomalie über Osteuropa und eine negative Anomalie im Norden mit Zentrum zwischen Island, England und Skandinavien. Dies würde einen kalten Oktober in Nordeuropa zur Folge haben, das dann von Westwindlagen geprägt wird. In der Schweiz würden dann aber häufiger südliche Winde auftreten, die warme Mittelmeerluft heranführen. Südlich der Alpen wird der Oktober aus meiner Sicht dann warm, aber ziemlich nass. Nördlich davon wird er ebenfalls warm, insbesondere in der Osthälfte der Schweiz durch häufige Föhnlagen. Allerdings dürften die Niederschläge unter dem Normwert bleiben.

Der letzten Prognose sollte man am meisten Beachtung schenken, da dabei vom Aktuellen Zustand bezüglich der Meerestemperaturen ausgegangen wurde.

 

Weitere Berechnungen laufen. Derzeit scheint ein normaler bis leicht zu warmer Oktober am wahrscheinlichsten. Eine leichte negative Abweichung ist durchaus möglich, doch ein deutlich zu kalter Verlauf ist unwahrscheinlich.

 

Noch ein Nachtrag zur Sammlung der Regeln. Es tut mir leid, dass ich gerade soviele Statistiken hineinbringe, doch das Herausfinden von Zusammenhängen finde ich wahnsinnig spannend.

Deutlich und grossflächig zu hoher Luftdruck im Bereich der Berginstrasse wie 2015 hat meistens einen kalten Oktober zur Folge:

2009  -0.7 K
2008  -0.3 K
2004  +1.3 K
2003  -3.5 K
1996  -0.6 K
1994  -0.5 K
1993  -2.0 K
1992  -2.2 K
1983  +0.6 K
1981    0.0 K
1975  -1.6 K
1974  -4.4 K
1972  -2.0 K
1970  -2.5 K
1965  -0.5 K
1960  -0.5 K
1959  -0.5 K
1957  -0.2 K

In den letzen 60 Jahren wurden 15 von 18 Oktober kälter als normal. Das entspricht einer Wahrscheinlichkeit von 83%. Teilt man die Jahre in sehr kalt, kalt, normal, warm und sehr warm ein, die statistisch gesehen gleich oft auftreten, erhält man 39%:39%:17%:6%:6%: Das ist schon ein recht klares Resultat.

 

Ist der Luftdruck im Juli um England grossflächig tiefer als normal wie 2015, so folgt ein kalter Oktober:

2012  -0.6 K
2010  -1.6 K
2008  -0.3 K
2003  -3.5 K
1998  -0.1 K
1988  +1.2 K
1970  -0.5 K
1960  -0.5 K
1958  -0.5 K

In den letzten 60 Jahre gab es 9 Vergleichsfälle. Davon waren 8 Oktober kälter als normal, was einer Wahrscheinlichkeit von 89% entspricht.

 

 

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