„Shelfcloud“ am Montagabend

Am Montag brachte eine Kaltfront Abkühlung. Die eigentliche Front war unspektakulär mit wenig Regen, aber dahinter bildeten sich am Abend erneut Schauer und Gewitter. Mit kräftigem Wind in der Höhe war viel Dynamik vorhanden, sodass sich die Zellen gut organisieren konnten und spektakuläre Wolkenformationen an den Himmel zauberten.

Am Horizont wird es finster… Ein Gewitter mit einer Shelfcloud zieht bedrohlich aus Westen auf.

Knapp vorbei – der spannendste Teil zieht nördlich von Romanshorn auf den Bodensee hinaus.

Nun werden Sie sich fragen, was eine Shelfcloud ist. Es handelt sich hierbei um eine linienförmige Absenkung der Wolkenbasis, die wie eine Mauer nach unten aus der Wolke zu wachsen scheint. Am besten schauen Sie sich die Bilder bei SRF Meteo an – die Fotos sind teils sensationell: https://www.srf.ch/meteo/meteo-news/gewitterstimmungen-shelfcloud-wenn-ein-gewitter-auf-ufo-macht

Eine solche Shelfcloud entsteht meist bei Gewitterlinien. Wenn es beim Durchzug des Gewitters kräfitg windet, regnet oder sogar hagelt, dann befindet man sich im Abwindbereich des Gewitters. Dort stürzt die Luft, die in Höhen von mehreren tausend Metern aufgestiegen ist, wieder hinunter. Wenn dieser Abwind auf den Boden trifft, breitet er sich in alle Richtungen aus und drückt so die Luft vor dem Gewitter in die Höhe. An der Grenze zwischen dem kalten Abwind und der aufsteigenden Warmluft kondensiert die Luftfeuchtigkeit und es bildet sich eine linienartige Wolke vor der Gewitterstaffel.

Meine Fotos können mit den von SRF gezeigten definitiv nicht mithalten. Die Shelfcloud zerfiel wohl auch etwas bis an den Bodensee und ich hatte nur die Handykamera zur Verfügung. Wohlgemerkt war ich auch nicht auf Sturmjagd. Jedenfalls habe ich mich gefreut, dass der Himmel nach langer Flaute endlich wieder einmal etwas zu bieten hat (ja, das 1. Augustunwetter habe ich natürlich verpasst…).

Im Raum Zürich konnte sogar eine Superzelle mit rotierendem Aufwind beobachtet werden. Aufsehenerregend war besonders unter Sturmjägern die Böenspitze an der Meteoschweiz-Messstation Zürich-Affoltern. 161 Km/h liessen vermuten, dass im Bereich der Superzelle bei extremen Orkanböen die Hölle los war. Derzeit wird aber von einem Messfehler ausgegangen, da keine bedeutenden Schäden bekannt sind. Solche Fehler scheinen sehr selten zu sein und da war viel Zufall nötig, genau bei einer Superzelle einen solchen Messwert zu liefern.

 

 

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