Ein Tag – vier Gewitter!

Nachdem bereits in den vergangenen Tagen Gewitter in beiden Kantonen Appenzell örtlich grössere Regenmengen hinterlassen haben, erwartete ich heute nur mässige Schauer und Gewitter, da ich mit wenig Sonne rechnete. Weit gefehlt! Der Vormittag gestaltete sich recht sonnig und bald entwickelten sich die ersten schwachen Gewitter um Mörschwil. Kaum war das kleine Gewitterchen abgezogen folgte schon ein kräftigeres Exemplar, das sich über St. Gallen ergoss.

Ein dichter Regenvorhang „verschlingt“ St. Gallen – für 10 Minuten öffnet der Himmel seine Schleusen. Gewitter Nummer 2!

Die Regenintensität war ziemlich hoch, doch aufgrund der kurzen Dauer konnten die Wassermassen einigermassen abfliessen. Auf dem Weg nach Mörschwil verlor die Zelle an Kraft und ging langsam zu Grunde. Das ist geradezu typisch für Gewitterzellen aus Südwesten: Der Hebungsantrieb, der von Hügeln generiert wird, geht aus, sobald sich die Zelle der Bodenseeregion nähert. Danach kam rasch wieder die Sonne zum Vorschein und heizte wieder ein. Die Temperatur stieg nach kurzer Abkühlung auf 20°C und es war beinahe schwülwarm. Es hatte sich erneut viel Energie aufgebaut und das musste in neue Gewittern münden.

 

Tatsache: Nach 15 Uhr ging es wieder los.

In majestätischer Ruhe zieht von Waldkirch her eine Gewitterzelle mit sichtlich heftigem Niederschlag auf.

Bald schon zuckten die ersten Blitze, die ich allerdings nicht mit der Kamera eingefangen habe.

Wasser Marsch!

Die Wolken werden immer bedrohlicher und ich merke, dass ich meinen exponierten Platz besser verlassen sollte…
Zugegeben – hier habe ich etwas zu wenig belichtet, aber es sah auch so spektakulär aus. Gewitter Nummer 3!

Danach fegen kräftige, aber ungefährliche Windböen bis zu 65 Km/h über die Gallusstadt und kurz darauf beginnt ein heftiger Regen, durchsetzt von kleinen Hagelkörnern. In Mörschwil fielen dabei 14.8 mm Niederschlag, der Grossteil davon in zehn bis fünfzehn Minuten. Die Hagelkörner kratzten an der ein-Zentimeter-Marke. Aber auch so etwas war in den vergangenen – scheinbar gewitterarmen Jahren – eher selten.

Vorhin ist noch ein weiteres Hagelgewitter in der Nähe von Frauenfeld durch einen Teil des Thurgaus gezogen. Nun wird allerdings langsam Schluss sein mit den Gewittern, die Energie ist aufgebraucht.

Alles in Allem ein fantastischer Gewittertag. Die Gewitter waren nicht extrem stark und ich hoffe, es gab keine Schäden.

Nachtrag: Die Gewitterlinie aus dem Thurgau hielt sich tatsächlich bis an den Bodensee.

Das vierte Gewitter des Tages in der Umgebung zieht bei Sonnenuntergang über den Bodensee. Ein schöner Abschluss für einen der spannendsten Gewittertage.

2 Kommentare

  1. Hallo Florian

    tolle Bilder von gestern 🙂 leider hat sich nun Basilikum #2 dieses Jahr verabschiedet (der erste fiel dem Frost zum Opfer…). Aber wenns dabei bleibt, tragbarer Verlust 😉

    weshalb haben wir aktuell ein so grosses CAPE? Gefühlt ist der Frühling jeweils einfach wechselhaft und bringt kühle Phasen. Aber dieses Jahr habe ich den Eindruck, dass schon früh viel Dynamik in der Wetterentwicklung ist. Gibt’s dazu vergleichbare Phasen aus vergangenen Jahren? Was können wir für den Sommer erwarten in Sachen Gewittern?

    Gruss & eine schöne Woche
    Adi

    • Hallo

      Ja, empfindliche Pflanzen haben es diesen Frühling nicht leicht.

      Wir hatten in den letzten Tagen südwestliche Höhenwinde, womit etwas feuchtwarme Luft herangeführt wurde. Je wärmer und feuchter die Luft am Boden ist und je kälter darüber, desto höher ist die Labilität (=CAPE).
      Ungewöhnlich ist die Intensiät der Gewitter aber nicht. Mitte Mai 2015 und im Mai 2009 gab es in der Ostschweiz bereits stärkere Hagelgewitter. Die Sonneneinstrahlung erreicht bald schon ihr Maximum also ist das kein Wunder. Für den Sommer wage ich keine Prognose, das ist unmöglich.

      Gruss
      Meteomörschwil

Kommentare sind geschlossen