Eisiger Januar 2017

Die vergangenen Winter waren grösstenteils mild. Sowohl Dezember als auch Januar waren seit dem Winter 2011/2012 nie deutlich kälter als üblich. Immerhin im Februar kriegte der Winter in den Jahren 2012, 2013 und 2015 noch die Kurve. In den letzten Jahren hat er sich also im Kalender nach hinten verschoben.

Besonders die Winter 2013/2014 und 2015/2016 waren aber durchgehend viel zu warm – wir sprechen hier von zwei bis drei Grad Celsius Temperaturüberschuss, was an der Rekordwärme kratzt!

Das Jahr 2017 brachte nun einmal etwas Abwechslung, indem es uns im Januar eine ansehnliche und beständige Winterkälte schickte. An bisher 12 Tagen stieg das Thermometer nicht über den Gefrierpunkt. Solche Tage nennt man Eistage. Die Anzahl Eistage der vergangenen Januare sind bereits jetzt weit in den Schatten gestellt worden.
(2016: 2 Tage, 2015: 2 Tage, 2014: 1 Tag, 2013: 5 Tage, 2012: 4 Tage)

Das Temperaturmittel des aktuellen Monats liegt bisher bei -3.3°C und damit 3.6°C unter dem langjährigen Mittelwert. Abweichungen über 3°C sind recht ungewöhnlich. Gefühlt gab es schon länger keinen derart kalten Januar mehr. Täuschen wir uns?

Nein! Wird die Erwärmung, die nächste Woche auch in den tiefen Lagen leicht einsetzt nur gering ausfallen, wie derzeit erwartet wird, dann kann davon ausgegangen werden, dass der Januar in der Endbilanz tatsächlich ein Minus von 3 bis 4 Grad aufweist! Die Monatsdaten der Meteoschweiz-Wetterstation Zürich-Fluntern weisen in der Regel ähnliche Werte auf wie die meiner Station. Ein Blick auf die Daten der vergangenen Jahre offenbart:

Wir täuschen uns nicht! Um den letzten kälteren Januar zu finden muss man weit zurückblättern. Und zwar bis ins Jahre 1987! Damals lag die Temperatur im Januar im Mittel bei -4.3°C und damit 4.6°C unter dem Normwert. Der Januar 2017 könnte also tatsächlich der kälteste Januar seit 30 Jahren werden. Ein bisschen vorsichtig sollte die Aussage aber betrachtet werden, da sich in Mörschwil häufig Kaltluft ansammelte, während sich bei Zürich wegen der Bise kein Kaltluftsee etablieren konnte. Ob dies aber wirklich ins Gewicht fällt, werden wir nach Monatsende sehen. Seien wir gespannt…
Aber mit Sicherheit wird es der kälteste Januar seit sieben Jahren.

Nun habe ich wohl genug Statistik aufgezählt, aber das wirklich tolle an diesem Januar ist nicht, dass er extrem ist, sondern dass er den Winter in einer Schönheit bringt wie seit Jahren nicht mehr. Bisher lag jeden Tag eine Schneedecke, was auch schon vor dem Klimawandel nicht jedes Jahr so war. In der Höhe herrscht aktuell Traumwetter und auch in den tiefsten Lagen kann man den Schnee geniessen, wenn auch im Nebel.

Nachfolgend einige Winterfotos – Balsam für die von den letzten Jahren tristen Seelen der Winterfreunde :

Ein Traum für Winterfreunde: Sonnenuntergang bei Kälte (7. Januar 2017)

Schneegestöber über Mörschwil (14. Januar 2017)

Reif ist immer wieder faszinierend. Bild: Jana Vaneck (22. Januar 2017)

 

Noch mehr Reif… (22. Januar 2017)

Schöner kann Winter nicht sein: Verschneites Appenzellerland und strahlend blauer Himmel (22. Januar 2017)

Leider – kommt auf die persönlichen Vorlieben an – ist es in der Höhe schon deutlich wärmer geworden. In den tiefen Lagen kann sich der Kaltluftsee weiterhin halten. Gegen das kommende Wochenende hin sind aber auch hier wieder leichte Plusgrade tagsüber möglich. Niederschlag ist bis auf Weiteres nicht in Sicht.

 

 

 

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