Gewitternacht beendet Hitzewelle

Intensive Hitzewelle

Die vergangenen acht Tage waren geprägt von einer intensiven Hitzewelle: Die Ostschweiz erlebte eine der heissesten Wochen der letzten Jahre. Mit heisser Saharaluft stieg das Thermometer in Mörschwil mehr als eine Woche lang täglich auf über 30 Grad.

Eine Woche lang wurde heisse Luft aus der Sahara nach Mitteleuropa geführt. Quelle: wetterzentrale.de

Temperaturverlauf in Mörschwil während der Hitzewelle (Blau). Der Taupunkt (Rot) zeigt, wie unangenehm sich die Luft anfühlt. Ab 16°C fühlt sich die Luft schwül an.

Einen ersten Höhepunkt erreichte die Hitzewelle am Donnerstag, 27. Juni. Nach einer Tropennacht mit über 20 Grad erreichte die Temperatur tagsüber schweisstreibende 34.3°C. Eine kleine Störung ohne Regen führte auf Freitag eine etwas „kühlere“ Luftmasse heran. Ob man bei 30 Grad von „kühler“ reden kann, ist eine andere Frage. Am Wochenende gewann die Saharaluft wieder die Oberhand. Mit pausenlosem Sonnenschein wurde so am Sonntag eine Temperatur von 34.6°C gemessen. In meiner siebenjährigen Statistik bedeuted das Platz 5, allerdings fehlten zum Platz 2 nur unbedetende 0.2°C. An der einsamen Spitze steht nach wie vor der unschlagbare Höchstwert vom 28.7.2013 mit 36.7°C. Mittlerweile gehe ich für diesen Tag von einem einigermassen korrekten Messwert aus, der wohl mit Föhnunterstützung zustande kam.

Ein gutes Mass für eine Hitzewelle ist das Mittel der Höchstwerte über sieben Tage hinweg. Vom 25. Juni bis 1. Juli 2019 lag dieses bei 33.0°C. Damit war die Hitzewelle eine der stärksten seit mindestens 2012:

Dargestellt wird die intensivste 7-tägige Wärmeperiode für jedes Jahr, gemessen an den mittleren Tageshöchstwerten.

Es sticht heraus, dass die Hitzewelle in ihrer Intensität sogar an die stärkste des Hitzesommers 2015 herankam. Eine langjährige Statistik hat Meteoschweiz heute veröffentlicht: Link.

 

Hitze verabschiedet sich mit Blitzspektakel

Am Montag stand das Ende der Hitzewelle vor der Tür. Für Meteorologen hätte es relativ einfach  sein können, hätte sich einfach eine Kaltfront von Westen nach Osten durch die Schweiz gepflügt und eine gut vorhersagbare, strukturierte Gewitterfront produziert. Stattdessen näherte sich von Norden langsam eine Luftmassengrenze zu kälterer Luft. So wusste man nicht, wo und wann Gewitter entstehen würden. Letztendlich entwickelten sich vom südlichen Thurgau bis an die Voralpen am späten Abend scheinbar zufällige Gewitterzellen, die sich zusammenschlossen und mal hier, mal dort lokalen Starkregen und Hagel im Gepäck hatten. Eine heranziehendes Gewitter mit Hagelgefahr schwächte sich vor Mörschwil ab, bot aber ein Blitzspektakel. Sehen Sie selbst:

Endlich… Der erste Treffer! Aber es geht noch besser…

Ein heftiger Wolken-Erde Blitz in Richtung Wittenbach-Bischofszell. Der Blitz war derart hell, dass er erst in der Nachbearbeitung durch die stärkstmögliche Reduzierung der Belichtung aus einer weissen Fläche hervorkam. Definitiv eines meiner Lieblinkswerke meiner Sturmjägerkarriere.

An mehreren Orten in der Ostschweiz musste die Feuerwehr wegen überfluteten Kellern ausrücken. Auch die A1 bei Wil wurde einmal mehr überschwemmt, wie Medienberichten zu entnehmen ist. Mörschwil und die Umgebung wurden verschont. Meine Wetterstation mass knapp 10 mm Niederschlag verteilt über die Nacht. Im Fürstenland und in der Region Wil-Hörnli fielen teils 40 bis 66 mm (Hörnli) Starkregen.

Nun ist die grosse Hitze erst einmal vorbei. Die Höchstwerte liegen in den kommenden Tagen bei sommerlichen 24 und 27 Grad. Dazu gibt es ein Gemisch aus Sonne und Wolken. Am Wochenende nimmt die Gewitterneigung zu. Eine Rückkehr der Hitze ist derzeit nicht absehbar.

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