Convective Outlook Dienstag

Am Dienstag ändert sich wenig an der aktuellen Lage. Die Druckgegensätze sind schwach und dementsprechend gibt es nur wenig Wind und kein nennenswerter dynamischer Auslöser.

Ein Höhentief befindet sich zwischen Island und Grossbritannien. Davon ausgehend erstreckt sich eine Trogachse bis nach Frankreich. Eine Keilachse zieht sich von Italien bis nach Russland. Im Tagesverlauf zieht eine Kaltfront von Nordwesten über Frankreich und Nordeutschland, schwächt sich aber immer mehr ab.

In der Schweiz liegt weiterhin eine feucht-warme Luftmasse. Dies zeigen äquivalentpotentielle Temperaturen von 50 bis 60°C und Taupunkte von rund 18°C. Die Temperaturhöchstwerte liegen bei  26°C, was in etwa 1000 J/Kg MLCAPE resultiert. Zwar ist kein dynamischer Hebungsantrieb vorhanden, doch die Auslösetemperatur wird vielerorts erreicht. Somit ist orografische und thermische Auslöse zu erwarten.

Da sich im Vergleich zum Montag nur wenige kleine Änderungen zeigen, dürfte sich auch die Entwicklung ähnlich gestalten. Demnach erwarte ich zuerst um die Mittagszeit Entwicklungen im Schwarzwald und im Allgäu, den Voralpen entlang. Mit der maximalen tageszeitlichen Erwärmung dürfte am späteren Nachmittag auch im Thurgau die eine oder andere Zelle enstehen.

In der windschwachen Atmosphäre verlagern sich die Zellen kaum beziehungsweise nur sehr langsam. Daher sind sie unorganisiert, doch bei hohen PWAT-Werten um 30 mm kommt es zu kräftigen und Schauerregen, die nur langsam weiterziehen. Dabei kann erneut örtlich  Starkregen >30 mm/h auftreten, wobei Überflutungsgefahr besteht.

 

Rückblickende Betrachtung:
Die Gewittertätigkeit ist zwar noch nicht vorüber, doch ich kann trotzdem ein Fazit ziehen. Insgesamt habe ich, glaube ich, die Lage relativ gut eingeschätzt. Während das oft recht präzise Modell Cosmo von Meteoschweiz nur Einzelzellen den Voralpen entlang erwarten liess, waren ich und auch andere Gewitter-Prognostiker recht überzeugt davon, dass sich auch im Thurgau etwas tun wird. Denn die Auslösetemperatur wurde erreicht und so ist kein starker Hebungsantrieb erforderlich. Zudem basierte die Prognose auf einer ganz einfachen Annahme: Gleiche Wetterlage gibt ähnliche Gewitter. Tatsache – das Thurgau wurde erneut von Starkregen getroffen. Im Nordthurgau fielen mehr als 20 mm in einer Stunde. Ganz so grosse Mengen wie gestern wurden aber nicht erreicht. Scheinbar hat das Cosmo-Wettermodell Schwierigkeiten mit der aktuellen Wetterlage.

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