Dauerregen flutet die Ostschweiz

Land unter! Der Sommer wurde ziemlich pünktlich beendet. Am 30. August erreichten die Temperaturen noch 29.5°C, gestern gerade noch 12.9°C so ging es direkt in den Herbst. Der Luftmassenwechsel ging alles andere als reibungslos vonstatten. Es kam zu einer Gegenstromlage, bei der in den unteren Luftschichten kühle Luft aus Norden, darüber warme, feuchte Luft aus Süden herangeführt wurde. Dies führte zu langanhaltenden und zeitweise intensiven Niederschlägen.

Die intensivsten Phasen waren in den Nächten auf Freitag und Samstag, wobei es lokal schüttete wie bei einem Gewitterregen. In drei Tagen kamen dabei im und ums Appenzellerland verbreitet 100 bis 250 (!) mm Regen zusammen. Das entspricht 100 bis 250 Liter auf jeden Quadratmeter und führte zu Hochwasser, Überschwemmungen und Erdrutschen.

Regensummen einiger Wetterstationen:

Von Donnerstagmorgen bis Samstagmorgen mass die Wetterstation St. Gallen in 48 Stunden 143 mm Niederschlag, was dort für die Messreihe seit 1959 einen Rekord bedeutet!

Die Sitter erreichte in St. Gallen einen Abfluss von 473 m^3/s. Das bedeutet, dass jede Sekunde 473’000 Liter Wasser, also über 2000 Badewannen voll oder einen Würfel von 20*20*20 Meter mit Wasser gefüllt, die Sitter hinunterflossen. Es handelte sich laut dem Bundesamt für Umwelt um das viertgrösste Hochwasser seit 1981. Ein Hochwasser, das alle vier Jahre zu erwarten ist, führte auch die Steinach.

Auswirkungen

Durch die Hanglage ohne grössere Gewässer im Dorf, ist Mörschwil vor Hochwasser relativ sicher. Trotzdem kann es sein, dass der eine oder andere Keller nass wurde. Schäden gab es einmal mehr in der Lochmüli. Bilder zeigen, dass auf Unteregger Boden die Naturstrasse durch die Lochmüli von der Goldach weggespült wurde. Weiter unten bei der Blumenhalde, wurde die Lage während des Hochwassers dauernd überwacht, da sich dort vor ziemlich genau 15 Jahren Bäumstämme verkeilten und das Elektrizitätswerk überflutet wurde. Dieses Mal hatte man Glück, wobei die Abflussmengen auch geringer waren.
Am stärksten betroffen waren das Rheintal um Altstätten, sowie das Appenzellerland, wo zahlreiche Erdrutsche niedergingen und Strassen blockierten. Auch mehrere Bäche traten über die Ufer und es kam zu Überschwemmungen. Im Stoss oberhalb von Altstätten wurde eine Scheune durch einen Erdrutsch auf die Strasse über den Ruppenpass versetzt.

Neuer Regenrekord für Mörschwil

Zwar regnete es in Mörschwil weniger als im Appenzellerland und Rheintal, aber das ist bei Dauerregen meistens so, da Hügel dann verstärkend wirken. So sind die in drei Tagen gefallenen 122.8 mm ein neuer Rekord für meine Wetterstation, die seit Anfangs 2012 in Betrieb ist. Bisheriger Rekord bei den Dreitagessummen war 104.5 mm, gefallen vom 12. bis 14. Mai 2016.

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