Jahresrückblick 2020

Zugegeben, der Jahresrückblick kommt dieses Mal ziemlich spät, aber hier ist er:

Das Jahr 2020 war laut MeteoSchweiz schweizweit zusamen mit 2018 das wärmste Jahr seit Beginn der Wetteraufzeichnungen. Das Datenarchiv meiner eigenen Wetterstation ist zu kurz, um das Jahr mit einem langjährigen Mittelwert zu vergleichen.

Meine Wetterstation mass im Jahr 2020 eine mittlere Temperatur von 10.7°C und eine Niederschlagssumme von 1185 mm.

Der Jahresverlauf in Form von Diagrammen:

Temperatur im Jahr 2020 an der Wetterstation Mörschwil-Bitzi. Rot: tägliche Höchstwerte, blau: tägliche Tiefstwerte.

Tägicher Niederschlag im Jahr 2020 an der Wetterstation Mörschwil-Bitzi.

Januar

Temperatur: 2.0°C (mild)
Niederschlag: 42.3 mm (trocken)

Der Januar brachte viele Hochdrucklagen und daher kaum Schnee. Am 1. gab es einen Eistag, die Temperatur stieg also nicht über den Gefrierpunkt. Um die Monatsmitte gab es zweistellige positive Höchstwerte. Ab dem 19. wurde es wieder winterlich kalt mit mehreren Eistagen. Die tiefste Temperatur war mit -5.0°C aber sehr verhalten für den Januar. Zum Monatsende begann mit dem Sturm „Lolita“ eine Sturmserie. Es wurde wärmer und es fielen doch noch einige Niederschläge.

 

Februar

Temperatur: 6.0°C (extrem mild)
Niederschlag: 81.6 mm (leicht nass)

Der Februar war frühlingshaft mild. Vom Winter fehlte jede Spur. Die erste Monatshälfte war geprägt von einer ungewöhnlichen Sturmserie. Am 4. erreichten die Windböen durch den Sturm „Petra“ verbreitet 90 bis 100 Km/h. Der Höhepunkt war der Sturm „Sabine“ am 11. Februar. Verbreitet wurden Sturmböen zwischen 90 und 120 Km/h gemessen und es kam zu Schäden. In Mörschwil fielen Dachziegel von der Kirche. Meine Wetterstation mass in geschützter Lage nur 56.5 Km/h, was nicht aussergewöhnlich ist. Eine Messung von Hand ausserhalb des Dorfs ergab 113 Km/h. Nach dem ersten Monastdrittel sank die Temperatur nur noch knapp unter den Gefrierpunkt. Mitte Monat war es für die Jahreszeit äusserst mild mit bis zu 17.7°C am 17. Februar. Erst einmal war es an meiner Wetterstation im Winter gleich warm, nämlich am 22. Februar 2016. Am 28. Februar folgte ein weiterer Wintersturm namens „Bianca“, der an meiner Wetterstation Böen bis 55 Km/h brachte.

 

März

Kräftige Bise am Bodensee in Horn TG Ende März 2020. Sie brachte einen späten Kälteeinbruch mit strengem Frost.

Temperatur: 5.5°C (normal)
Niederschlag: 59.6 mm (leicht trocken)

Auffällig ist, dass der März kälter war als der Februar! Das erste Drittel zeigte sich wechselhaft. Ab und zu tanzten auch Schneeflocken vom Himmel. Um die Monatsmitte war es mild und meist trocken. Im letzten Drittel kam es zu einem kräftigen Kaltluftvorstoss. Die Tageshöchsttemperaturen bewegten sich im einstelligen Bereich und es gab strenge Nachtfröste. Am 24. wurde mit -6.0°C sogar die tiefste Temperatur des Winters gemessen. Zum Monatsende fiel noch einmal etwas Schnee.

 

April

Temperatur: 11.9°C (sehr mild)
Niederschlag: 29.0 mm (sehr trocken)

Das typische Aprilwetter fehlte komplett, stattdessen gab es anhaltende Hochdrucklagen und Trockenheit. Zu Beginn war es sehr kalt mit -5.1°C am 1. April. Es war die bis dahin tiefste gemessene Temperatur im April, wurde aber 2021 bereits wieder unterboten. Ende März war es auch schon kälter. Anschliessend wurde es rasch über 20 Grad warm. Nur um die Monatsmitte gab es ein Gewitter und anschliessend eine markante, aber nur vorübergehende Abkühlung.

 

Mai

Bedrohliche Gewitterstimmung am Abend des 9. Mai 2020 über Mörschwil.

Temperatur: 13.3°C (normal)
Niederschlag: 99.4 mm (leicht trocken)

Im ersten Monatsdrittel linderten regelmässige Regenfälle die Trockenheit. Am 9. gab es beinahe den ersten Sommertag und abendliche Gewitter. Am 11. Mai führte kalte Polarluft zu einem Temperatursturz von 20 auf 3 Grad. Einige Tage lang verharrten die Tageshöchstwerte bei kühlen 10 Grad. Danach wurde es rasch wieder wärmer und am 22. überschritt das Quecksilber zum ersten Mal im Jahr 2020 die Sommermarke.

 

Juni

Blick von Mörschwil in Richtung Bodensee am 26. Juni 2020 auf ein kräftiges Gewitter, das uns nur knapp verfehlte.

Temperatur: 16.5°C (normal)
Niederschlag: 185.2 mm (nass)

Der Juni war verglichen mit den letzten Jahren ziemlich kühl. Seit 2012 war nur der Juni 2013 noch eine Spur kühler. In der ersten Monatshälfte prägten Kaltlufttropfen das Wettergeschehen. Die Sonne zeigte sich nur wenig, es fiel reichlich Regen und die 15 bis 20 Grad machten ebenfalls keinen sommerlichen Eindruck. Am 7. Juni lag der Tagshöchstwert bei gerade einmal 12.7°C. Vom 20. bis 25. gab es dann endlich sommerliches Hochdruckwetter, das in den letzten Tagen von Gewittern beendet wurde. Am 26. sorgten blitzreiche Morgengewitter für Schäden durch Blitzeinschläge. Am Abend des selben Tages verfehlte ein Hagelgewitter Mörschwil nur knapp. Am 28. und 29. regnete es kräftig.

 

Juli

Diese Gewitterzelle legte am Abend des 28. Juli 2020 über 100 Kilometer vom Aargau bis in den Vorarlberg zurück.

Temperatur: 19.9°C (warm)
Niederschlag: 94.6 mm (trocken)

Als Entschädigung für den Juni zeigte sich der Juli umso mehr von der sommerlichen Seite. Es war häufig warm mit kurzen Abkühlungen auf 20 Grad. Der 10. wurde zum ersten Hitzetag des Jahres, der von einem abendlichen Gewitter abgerundet wurde. Am 28. Juli legte eine langlebige Gewitterzelle über 100 Kilometer vom Aargau bis in den Vorarlberg zurück. Zum Monatsende stieg die Temperatur auf schweisstreibende 31.8°C.

 

August

Hochsommerliches Wetter im Alpstein Anfang August 2020. Im Tal ist der Seealpsee zu sehen.

Temperatur: 19.7°C (warm)
Niederschlag: 230.5 mm (sehr nass)

Der Bundesfeiertag war nach einer Tropennacht sehr heiss mit 33.0°C. Anschliessend kühlte es unter 20 Grad ab und es fielen fast 100 mm Regen in drei Tagen. Danach war es meist trocken und hochsommerlich warm. Zum Ende des Monats fiel aussergewöhnlich viel Regen. In Teilen der Ostschweiz fielen 80 bis 110 mm in 24 Stunden. In Mörschwil waren es 96 mm in zwei Tagen. Für meine Wetterstation gab es neue Rekorde für die 24-Stundensumme, für die Tagessumme und auch der Monatsniederschlag war der höchste in meiner Messreihe. Die Folge waren Überschwemmungen, Hochwasser und Erdrutsche. Mit 13 Grad war es zudem ziemlich kühl.

 

September

Temperatur: 15.8°C (warm)
Niederschlag: 116.5 mm (normal)

Auch der September brachte noch einige sommerlich warme Tage. Am 5. wurden vor einer Kaltfront 28.0°C erreicht. Im zweiten Monatsdrittel herrschte trockenes Spätsommerwetter. Im letzten Drittel regnete es ergiebig. Vom 24. auf den 26. sank die Temepratur von 20 auf unter 10 Grad.

 

Oktober

Temperatur: 9.6°C (normal)
Niederschlag: 111.9 mm (leicht nass)

Die ersten Tage waren warm. Mit Föhn mass meine Wetterstation am 2. Windböen bis 60.4 Km/h. Dann wurde es kühler und es fiel häufig Regen. Um die Monatsmitte war es für die Jahreszeit bereits recht frisch mit Höchstwerten zwischen 7 und 13 Grad. Nur um die Monastmitte blieb es ein paar Tage in Folge trocken.

 

November

Auch die dunklen Monate haben ihren Charme: Mystische Nebelstimmung in St. Gallen-Guggeien Mitte November.

Temperatur: 5.3°C (mild)
Niederschag: 23.5 mm (sehr trocken)

Am 2. war es mit 20.3°C sehr warm. Im Jahr 2015 wurden im November allerdings schon 21.2°C gemessen. Danach ging die Temperatur etwas zurück, um die Monatsmitte war es aber noch einmal recht mild. Anschliessend wurde es immer kälter. Es gab die ersten Frostnächte und und die Tageshöchstwerte sanken in Richtung Gefrierpunkt. Der Schnee liess aber auf sich warten.

 

Dezember

Weisse Weihnachten in St. Gallen! Blick auf die verschneite Gallusstadt am Stephanstag 2020.

Temperatur: 2.0°C (mild) (Bemerkung: Datenlücke von 5 Tagen)
Niederschlag: 110.6 mm (sehr nass)

Der erste Wintermonat war sehr wechselhaft mit häufigen Niederschlägen. Am 1. fiel Schnee. Um die Monatsmitte gab es mehrere trockene Tage in Folge. Vor Weihnachten stieg die Temperatur markant an auf 15.5°C am 22. Dezember. An Heiligabend war es mild, windig und regnerisch, aber die Temperatur ging zurück. In Mörschwil reichte es nicht für weisse Weihnachten, dafür in erhöhten Lagen, wie St. Gallen. Anschliessend wurde es kurz etwas kälter. Am 27. wurde ein Tiefstwert von -5.3°C gemessen.

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