So extrem war die Hitze im Juli

Dass der Juli heiss war, das wissen wir alle, doch wie heiss war es in Zahlen ausgedrückt?

Als erstes gilt es hier den Monatsmittelwert der Temperatur zu vergleichen. Dieser setzt sich aus 31 Tagesmittelwerten zusammen. Als Tagesmittelwert wird in meinen Aufzeichnungen der Durchschnitt vom Minimal- und Maximalwert genommen.

Das Monatsmittel lag bei 22.2°C und damit 3.6°C über dem Normwert. Das ist eine grosse Abweichung, normalerweise sind die Abweichungen geringer als 2°C.
Der Juli 2015 war nicht nur massiv zu warm, sondern es war auch der wärmste Monat in meiner Wetterstatistik die bis zum Januar 2012 zurückreicht. An zweiter Stelle steht der Juli 2013, der einen Durchschnittswert von 20.6°C aufwies. Dies war schon ein heisser Monat, der vergangene Juli hat ihn aber sogar noch deutlich übertroffen.

An der Wetterstation Zürich-Fluntern von Meteoschweiz wurde ebenfalls ein Temperaturmittel von 22.2°C aufgezeichnet. Wärmer waren seit 1864 nur der Juni 2003 mit 22.3°C, sowie der August des selben Jahres, der ein Temperaturmittel von 22.7°C aufwies und der wärmste Monat in Zürich seit Messbeginn 1864  war.

Nun zurück zu meinen Werten:
Sechs Tagesmaxima des Julis 2015 reihten sich in die Top Zehn der dreieinhalb Jahre langen Datenreihe ein. Der höchste Wert wurde am 5.Juli verzeichnet: Das Thermometer stieg auf 34.2°C, was aber nicht für einen neuen Stationsrekord reichte. Als Rekordwert gilt nämlich ab heute 35.8°C, gemessen am 28.Juli 2013 (bisher 37.5°C, Wert war aber zu hoch verglichen mit den heutigen Messungen).

Im ganzen Juli konnten zwölf Hitzetage mit Tageshöchsttemperaturen von 30°C oder mehr verzeichnet werden. Das ist etwa das vierfache eines durchschnittlichen Julis! Hier gab es von 1981 bis 2010 im Juli laut Meteoschweiz im Durchschnitt etwa drei Hitzetage.

Auch ein Vergleich mit den Vorjahren zeigt die ungewöhnliche Hitze:
Im Juli 2012 gab es nur einen Hitzetag, im heissen Juli 2013 waren es immerhin sechs und der regnerische Juli 2014 brachte es auf zwei Hitzetage. Dann kam der Juli 2015 und schlug mit zwölf Hitzetagen zu Buche.
Gleich zu Beginn sorgte eine erste Hitzewelle für fünf Hitzetage am Stück. Bisher traten nie mehr als drei Tage mit mindestens 30°C nacheinander auf. Zwei dreitägige Hitzewellen gab es im Jahr 2013 und eine 2014.

In den Nächten war es ebenfalls teils sehr warm. Tropennächte, indenen die Temperatur nicht unter 20°C fällt, sind bei uns selten. Bisher gab es während drei Jahren nur eine, nämlich am 30.Juni 2012, als die Temperatur nur auf 20.3°C sank. Danach gab es drei Jahre lang keine Tropennacht mehr, bis im Juli 2015 gleich drei davon in kurzer Zeit auftraten. Die erste war am 3.Juli und es war die wärmste Nacht seit Messbeginn Ende 2011. Das Thermometer fiel nur auf 21.9°C, zum Schlafen ist das für die meisten alles andere als angenehm, wenn man berücksichtigt, dass dabei die Temperatur auch um Mitternacht noch etwa 27°C betragen kann. Zwei Tage später folgte die nächste Tropennacht mit minimal 20.5°C und auch am 7.Juli wurde das Kriterium mit 20.0°C knapp erfüllt. In fünf Tagen traten also dreimal so viele Tropennächte auf, wie in drei Jahren!

An 21 Tagen stieg die Temperatur auf mindestens 25°C. Hier kann der Juli 2013 mit der gleichen Anzahl mithalten. Im Jahr 2014 wurde immerhin die Hälfte davon erreicht und im Juli 2012 waren es nur 8.

 

HINWEIS: In aufwändiger Arbeit habe ich meine Wetterdaten homogenisert. Da ich seit Ende Januar 2015 mit einer neuen Wetterhütte und einem anderen Sensor messe, sind die Daten mit den bis dahin gemessenen nicht ganz vergleichbar. In der Meteorologie nennt man das eine inhomogene Datenreihe. Mit homogenen Wetterdaten der Station Stachen (Arbon) habe ich meine Daten homogenisiert. Kleinere Abweichungen sind daher möglich, doch die Daten haben eine grössere Aussagekraft, als die ursprünglichen. Deshalb gilt auch neu 35.8°C als Rekordwert, statt der ursprünglich gemessenen 37.5°C die ziemlich sicher zu hoch waren.

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