Exponentieller Anstieg der Coronafälle – ein Prognoseversuch (Aktualisiert 24.3.)

Um die Wichtigkeit der vom Bund verordneten Massnahmen bezüglich des Coronavirus zu verdeutlichen, habe ich ein einfaches Modell geschrieben. Es dient zur Vorhersage der Anzahl Coronafälle unter der Annahme eines exponentiellen Wachstums, wie es beim Bevölkerungswachstum oder eben auch bei Infekionskrankheiten der Fall ist. Ich bin kein Mediziner, sondern möchte nur aufzeigen, wie rasch die Fallzahl ansteigen könnte. Das Modell versucht aus den Entwicklungen der vergangenen Tagen eine Prognsoe abzuleiten.

UDPATE: Seit mehreren Tagen ist das Wachstum der Anzahl Coronainfektionen nicht mehr exponentiell, sondern nur noch linear. Das bedeutet, dass die Zahl der täglichen neuen Fälle etwa konstant bleibt und nicht zunimmt. Ob es sich dabei um die nachhaltige Wirkung der Massnahmen des Bundes handelt, oder ob der Anstieg doch wieder exponentiell wird, kann ich nicht sagen. Ich veröffentliche hier noch einmal die heutige Prognose mit dem exponentiellen Modell, aber es kann gut sein, dass ich das Modell anpassen muss bzw. darf.

Prognose der Anzahl Coronainfektionen in der Schweiz vom 24.3.2020

Datum Prognostizierte Anzahl Coronafälle
25.03.20 10’000
26.03.20 11’300
27.03.20 12’700
28.03.20 14’400
29.03.20 16’300
30.03.20 18’300

 

 

Originalversion:

Üblicherweise geht es in meinem Blog ums Wetter. Die aktuelle aussergewöhnliche Lage wegen des Coronavirus hat mich aber dazu bewegt, auch hierzu etwas zu schreiben. Ich möchte gleich vorwegnehmen: Ich bin kein Medizinfachmann. Aber als Physikstudent weiss ich einiges über Statistiken und insbesondere das exponentielle Wachstum, das wir aktuell an den Infektionszahlen sehen. Jeden Tag erhöht sich die Zahl der bestätigten Infektionen in der Schweiz nach den Zahlen des BAG um rund einen fünftel. Heute (Stand 21.3.) sind es ungefähr 6000 Personen, dann wären es morgen 7200 und in 5 Tagen bereits 15’000 Personen! Das nennt man exponentielles Wachstum und wird auch bei der weltweiten Bevölkerungsentwicklung beobachtet. In kurzer Zeit können die Verhältnisse ähnlich dramatisch werden wie in Italien.

Daher habe ich ein einfaches Modell programmiert, dass aus der durchschnittliche Entwicklung der vergangenen Tage eine Prognose für die nächsten sieben Tage erstellt. Dabei habe ich angenommen, dass sich die Entwicklung durch dieses erwähnte exponentielle Wachstum beschreiben lässt und dass sich dieses Wachstum so weiterentwickelt wie in den letzten 2 bis 4 Tagen. Falls die Massnahmen des Bundes Wirkung zeigen und vor allem – falls sich ALLE daran halten – könnte die Kurve abflachen. Dieser Effekt zeigte sich in Italien aber trotz Ausgangssperre aktuell leider nur schwach.

Wahrscheinlich wird es Abweichungen von der Kurve geben, weil irgendwann die Verhaltensmassnahmen Wirkung zeigen oder viele Personen das Virus bereits überstanden haben. Dennoch ist der Trend klar. Vergleicht man die Modelle mit den bisher gemeldeten Fällen, kann man erahnen, dass mein Modell die Entwicklung sogar eher noch unterschätzt. Ich zeige die Zahlen vor allem deshalb, weil sie zeigen, dass man die Verhaltensregeln des Bundes unbedingt befolgen sollte. Italiens Gesundheitssystem ist seit über einer Woche völlig überfordert und Italien hatte vor einer Woche etwas mehr als 20’000 bestätigte Corona-Fälle. Bemerkt werden sollte, dass die Dunkelziffern in beiden Ländern ziemlich hoch sein dürfte.

Datenquellen:

Bundesamt für Gesundheit: https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/ausbrueche-epidemien-pandemien/aktuelle-ausbrueche-epidemien/novel-cov/situation-schweiz-und-international.html

NZZ – Die wichtigsten Grafiken zum Coronavirus: https://www.nzz.ch/panorama/die-wichtigsten-grafiken-zum-coronavirus-ld.1542774

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