Stürmische Gewitterfront

Am Samstag wurden starke Gewitter angekündigt. In meiner Wetterwarnung warnte ich vor Sturmböen zwischen 75 und 110 Km/h, Starkregen zwischen 30 und 50 mm in einer Stunde und Hagel von 1 bis 2 Zentimetern. Am grössten schätzte ich das Gefahrenpotential im Thrugau ein. Zudem wies ich besonders auf die Gefahr für Freiluftevents hin.

Grund für die Warnung war ein Trog mit starken Hebungsvorgängen in der Atmosphäre gepaart mit etwas Labilität (starke Temperaturabnahme mit der Höhe) und starker Windzunahme in der Höhe. Wäre die Labilität noch grösser gewesen und hätte die Sonne tagsüber länger geschienen, wäre das Potential für eine heftige Gewitterfront gegeben gewesen. Auch einige Wettermodelle tendierten in diese Richtung. Aber da sowohl Labilität als auch Sonneneinstrahlung nur mässig waren, sagte das Bauchgefühl vieler Hobbymeteorologen, dass diese Modelle wohl übertreiben. Letztendlich blieben heftige Gewitter in der Ostschweiz weitgehend aus. Die Gewitterfront war aber dennoch spannend. Sie brachte verbreitet Sturmböen um 80 Km/h, wobei deutlich stärkere Böen ausblieben. Hagel trat aufgrund der nicht allzugrossen Labilität nur lokal auf und die Regenmengen waren deutlich geringer als angekündigt. Dies hatte auch mit der raschen Verlagerung der Gewitterfront zu tun. So konnte sie sich nicht lange an einem Ort ausregnen.

Nach 20 Uhr entschied ich mich, loszufahren und einen Platz zwischen Muolen und Bischofszell anzupeilen. Ich war zum ersten Mal dort, aber der Platz war gut. Der Zeitpunkt war genau richtig – vor mir lag die bedrohliche Gewitterfront:

Bedrohlich nähert sich die Wolkenwalze der Gewitterfront. Hinter dem Regenschleier flackerten ab und zu Blitze.

Kurz vor der Böenfront.

Als die Wolkenwalze über meinem Kopf war, begann es in der Ferne zu rauschen. Kurz später war die Böenfront bei mir und ich stellte das Auto etwas zurück, um ausreichend Abstand zu einem Baum zu haben. Man kann nie wissen, wie stark der Wind in so einem Gewitter lokal sein kann. Letztendlich war es aber nur halb so wild. Die Windspitzen erreichten wohl knapp Sturmstärke. Als mässiger Regen aufkam, schaute ich auf das Radarbild und sah, dass in Richtung Kreuzlingen einiges los war. Ich war aber schon etwas zu spät. Ich fuhr nach Amriswil, wo es immer wieder Blitzte. Leider brauchte ich zu lange, um einen Platz zum Anhalten zu finden. Immerhin sah ich zufällig aus dem Augenwinkel einen Blitzeinschlag weniger als einen Kilometer entfernt. Mittlerweile hatte es rund 7 Grad abgekühlt – die Gewitterfront hatte mich überholt. Ich fuhr weiter nach Romanshorn auf der Suche nach einem Platz mit Sicht auf die Blitze. Letztendlich landete ich einmal mehr im Hafen von Romanshorn, wo ich den Abschluss der kleinen Lightshow verfolgte. Sehenswerte Bilder gibt es davon leider keine. Auf der Rückfahrt lagen auf dem Autobahnzubringer Bodensee viele Zweige und Blätter, so dass ich froh war, noch andere Autofahrer vor mir zu haben.

Alles in allem ein gelungener Saisonstart.

Übrigens haben sich die diversen mir bekannten Freiluftveranstalter löblich verhalten. Das Greenfield-Festival in Interlaken wurde rechtzeitig evaquiert und auch das Rock am Weiher in Wil wurde unterbrochen. Auch am Turnfest in Aarau war man sich dieses Mal der Gefahr genug früh bewusst und evaquierte die Besucher.

Die Aussichten: In der kommenden Woche wird es hochsommerlich warm. Gewitter gibt es am Abend jeweils lokal über den Bergen, seltener auch mal im Flachland.

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